Marlies Ferber

 

 

 

Elisabeth, Mitte 40, arbeitet als Grüne Dame ehrenamtlich im Krankenhaus. Dabei lernt sie den alten Herrn Grün kennen, der ihr am Sterbebett seiner Frau von ihrer gemeinsamen großen Liebe erzählt. Ergriffen von so viel Romantik, zieht Elisabeth den Vergleich zu ihrer eigenen Ehe mit Robert. Und wird immer unzufriedener. Nach über zwanzig Jahren glimmt die Leidenschaft nur noch müde, Gewohnheiten haben sich eingenistet, und statt der Kinder laufen jetzt Hühner durch den Garten - Roberts neues Hobby. Da muss sich was ändern! Doch das selbst erdachte Eherettungsprogramm droht Elisabeth völlig zu entgleiten.

Marlies Ferber: Grün ist die Liebe. Roman, erschienen bei dtv, Juni 2018

Klappbroschur, 320 Seiten, 15,90 €, ISBN 978-3-423-26198-2

Auch erhältlich als E-Book, 13,99 €

Zur dtv-Seite

 Pressestimmen

»Für mich persönlich wieder ein Buch, das mein Prädikat ›Herzensbuch‹ verdient.«
Anyah Fredriksson, angisbuecherkiste.blogspot.com, 14.06.2018

Mein Fazit: Eine Geschichte über das Happy End hinaus. Wundervoll erzählt und authentisch! buecherwolfde, 24.06.2018

 Ein tolles Buch, das zum Nachdenken anregt, zum Lachen bringt und überrascht. Eine Geschichte, die jede Seite zum genießen einlädt. Fabiennes Bücherwelt, 13. Juni 2018

""Grün ist die Liebe" und meine Arbeit als Grüne Dame 

Es gibt zwei Protagonisten in "Grün ist die Liebe": Da ist Herr Grün, ein alter Herr, der als Patient ins Krankenhaus kommt, und Elisabeth, die ihn als Grüne Dame besucht. Inspiriert zu dieser Geschichte wurde ich durch meine eigene Tätigkeit als Grüne Dame. Wenn Sie nicht wissen, was das ist, eine Grüne Dame, also noch nie eine bei Ihnen angeklopft hat und Sie also glücklicherweise noch nie im Krankenhaus lagen: Kennen Sie den Zeichentrickfilm "Monster-AG"? Auch nicht? Unsere Kinder haben ihn geliebt. Die Story: Plüschige Monster stehen vor einer Vielzahl von Türen. Hinter jeder Tür schläft ein Kind. Die Aufgabe der Monster, die als "Schrecker" arbeiten, ist es, einzutreten und das Kind, das dahinter in seinem Kinderzimmer liegt und schläft, zu erschrecken und zum Schreien zu bringen. Die Schreie werden sozusagen heimlich abgesaugt und bringen die Energie für die Welt der Monster. Das Problem ist, dass die Monster auch gleichzeitig große Hemmung haben, durch die Tür zu treten. Sie wissen ja nicht, was sie dahinter erwartet, und haben auch selbst Angst vor den Kindern, sie gelten als giftig. Im Laufe der sehr, sehr lustigen Geschichte entdecken die Monster ihr Herz für die Kinder, verlieren ihre Angst vor ihnen, so wie die Kinder die Angst vor den Monstern verlieren, und die Monster erkennen, dass es noch viel, viel mehr Energie bringt, wenn sie die Kinder erfreuen und zum Lachen bringen. So ähnlich kommt mir meine Tätigkeit als Grüne Dame vor: Auch ich stehe montags immer in Fluren mit lauter Türen, fühle mich manchmal etwas mulmig, bevor ich eintrete, weil ich nicht weiß, was mich dahinter erwartet. Nur dass wir Grünen Damen nicht den Umweg übers Erschrecken gehen (hoffentlich jedenfalls!), sondern schon wissen, wie viel Energie ein Lächeln geben kann, auf beiden Seiten. Wir tun eigentlich nicht viel, besuchen nur Patienten, unterhalten uns mit ihnen, bringen ein Buch, etwas vom Kiosk, einen neuen Kaffee, suchen schonmal ein verlorenes Hörgerät, melden ein Telefon an, haben Zeit. Zeit zu haben ist unsere Kernkompetenz. Viele Patienten brauchen uns nicht, aber fast alle lächeln erfreut, bedanken sich, sagen, wie schön es sei, dass es so etwas gibt, plaudern ein wenig. "Es tut so gut, wenn Sie da sind", sagte einmal jemand zu meiner Kollegin Anne. "Dann bin ich Mensch und nicht Patient!" Er schenkte ihr dazu ein Lächeln. Man wird als Grüne Dame mit sehr viel Lächeln belohnt. Und sogar zum Lachen gebracht. Neulich zum Beispiel hatte ich - auch das kommt mal vor - einen eher anstrengenden Tag im Krankenhaus. Alles war chaotisch, viele schlecht gelaunt, einer der Montage, an denen sich alle über den Flur drängen, mit Rollwagen und Betten, und es stressig ist. Dazu viele Patienten, die wirklich arm dran waren. Und dann kam ich in ein weiteres Zimmer mit drei Patientinnen in einem viel zu engen Zimmer, sah sofort, dass es keiner von ihnen besonders gut ging. Ich stellte mich vor, sagte, was ich immer sage, so oder ein bisschen anders, und fragte am Schluss ein wenig befangen (wohl wissend, wie sinnlos die Frage ist): "Kann ich irgend etwas für Sie tun?" Da sagte die Patientin in der Mitte trocken: "Sie können uns erschießen!" Wir haben alle vier so lachen müssen, das war gleichzeitig verbindend und befreiend. Die Monster der Monster-AG wären neidisch gewesen, das wäre sehr viel Energie für ihre Stadt gewesen. Etwas davon, hoffe ich, ist in "Grün ist die Liebe" enthalten.